#46: Die "Milde Sorte": Eine musikalische Geschichte des Maienzug-Vorabends

Shownotes

Seit 1988 feiert Aarau mit dem Maienzug-Vorabend den offiziellen Auftakt zum traditionellen Maienzug. Aus dem bisherigen "Zapfenstreich" wurde im Laufe der '90er Jahre ein eigenes Stadtfest, das mittlerweile weit über Aaraus Grenzen hinaus bekannt ist. Ebenfalls Ende der '80er Jahre gründen sechs Jugendfreunde die Band "Milde Sorte" und wagen Neues: Sie wollen den Schlager in neuem Gewand auferstehen lassen…

In dieser Folge ist Rolf Lenzin, Gründungsmitglied der "Milden Sorte", zu Gast bei Geschichten aus Aarau. Mit viel Musik und zahlreichen Anekdoten lässt Rolf Lenzin die Geschichte der "Milden Sorte", das Aarau der 1990er und die Entwicklung des Maienzug-Vorabends zum eigenständigen Festanlass aufleben.

Wir wünschen euch viel Vergnügen und einen frohen Maienzug (-Vorabend)! Eure Manuel und Simon


Lob, Kritik, Feedback oder Anregungen zu neuen Folgen nehmen wir gerne entgegen! Ihr erreicht uns per Mail geschichte.aus.aarau@gmail.com oder auf Instagram @geschichtenausaaraupodcast. Hier findet ihr zudem Bilder, Fotos und Quellen zu dieser und unseren bisherigen Folgen.

Transkript anzeigen

00:00:00: Ihr lasst Geschichten aus Aarau, ein Podcast mit Aarauer Blick auf Geschichte.

00:01:33: Willkommen liebe Zuhörende!

00:01:35: Bei Geschichten aus Aarau, ein Podcast, wo wir immer aus regionaler Perspektiven auf Geschichte schauen.

00:01:43: Mir sind normalerweise ich, Simon Kalbrer und Manuel Neff, der heute leider krank ist.

00:01:50: Aber man könnte es verkraften, weil heute, wie ihr vielleicht gehört habt an dem Musikstück, den wir gerade gehört haben ... Heute ist eine spezielle Folge!

00:01:59: Wir haben nämlich beziehungsweise ich wieder einmal einen Gast im Studio besucht.

00:02:04: Mir gegenüber sitzt der Rolf Lenzin.

00:02:07: Er ist ehemaliger Kantonschullehrer, verbildener des Gestalten an den NKSA in Aarau.

00:02:15: Er is aber auch ein bildenden Künstler und wie man wahrscheinlich anerraten kann auch Musiker.

00:02:21: Hallo Rolf!

00:02:23: Salü Simon

00:02:24: Du bist heute da, weil du einerseits eine musikalische Geschichte mit dem Gepäck hast und andererseits reden wir auch über ein Aarauer-Institutionen wo bald sich wieder jährt.

00:02:38: Und zwar nicht den Meilenzug sondern der Meilenzug vorab Also die Partynacht wo das Jugend- und Stadtfest von AarAU erlütet.

00:02:50: Jetzt Rolf ... Was hat das Stück mit Vorauben oder Ämter zu tun?

00:02:57: Das war eine Version von einem deutschen Schlager, der wahrscheinlich recht bekannt ist aus den fünften Jahren.

00:03:07: Die Interpretation ist in unserer typischen Art wie wir mit dieser Band Mildessorte Schlager interpretiert haben Und Mildesorte muss man fast im gleichen Atemzug nennen, wie den Meilenzog vorab.

00:03:26: Das ist so miteinander gekoppelt.

00:03:29: Wir haben in den neunzigern Jahren wirklich viel gespielt an diesen Vorräumen und die Band dann später beendet.

00:03:39: Aber heute noch werden wir darauf angesprochen... Spielt eigentlich Mildeszorde noch ein Meilenzug vorab?

00:03:47: Das ist auch der Grund letzten Endes, warum ich finde, dass es eine Geschichte wäre, die mir wirklich gut könnte, wieder eines noch zu erzählen.

00:03:57: Ich muss sagen, euch ein Name ist hier gekoppelt mit dem Meierzug vorab.

00:04:01: Das ist vielleicht für nicht-Arauer.

00:04:03: Es ist ein Beitzleifest, könnte man sagen.

00:04:07: Was ich in Araustap finde, gibt es aber noch nie so lange wie der Meierzug.

00:04:10: Sondern das wurde erst mal durchgeführt und du hast dieses Fest von Anfang an miterlebt.

00:04:19: Das erste Mal, wie du sagst, war es in den Nächsten.

00:04:23: Und ich habe damals noch mit meiner Vorgängerband Selfus einen Auftritt gehabt.

00:04:32: Und über die Achternacht gelten so als Startjahr vom offiziellen Meierzug vorab.

00:04:39: Mit Mil-Desortes haben wir dann ab dem Jahrhundert regelmässig gespielt

00:04:44: und seitdem, wie du gesagt hast, eigentlich die Nünzigerjahre!

00:04:48: und darum wird das heute auch ein bisschen von dem Anfang der Meierzugvorhaben von eurer Band haben.

00:04:55: Und wie sich das verändert hat, da hast du glaube ich einige spannende Geschichten dabei.

00:05:01: Für meine Generation, die doch etwas jünger ist, ist der Meierzug vorab eine riesige Strasse in Altstadt im Pumpen voll.

00:05:11: Es drängen sich die Leute in den Gassen.

00:05:13: Es gibt eine riesige Organisation, die das jeweils braucht und einen grossen Einsatz vom Werchhof von Aarau, dass es am nächsten Tag wieder präsentabel aussieht.

00:05:23: Kannst du mir ein bisschen Eindrücken geben wie man sich der erste offizielle Vorabem vorstellen

00:05:29: muss?

00:05:29: Man muss sich da auch etwas anders vorstellen.

00:05:33: Also mal etwas ganz Wichtiges.

00:05:36: Es war noch nicht verkehrsfrei.

00:05:39: Heute können wir uns über die Busfragen unterhalten.

00:05:43: Aber dort ist noch der ganze Verkehr durch ein Altstadt gewählt, also übrigens bis zum Jahr war es noch bis zu hier.

00:05:51: Der Versuch, in dieser Stadt festzumachen, war eine riesige Hauruckaktion.

00:05:58: Alas selber gab es eigentlich schon als sogenannte Zapfenstreich.

00:06:03: Da hat man einfach Bällerschütze abgelassen und die Musik gespielt.

00:06:08: Das waren städtische Aktionen.

00:06:12: Dann ist

00:06:14: Jürg Höch,

00:06:15: den hat man die Sahne auch gekannt als Bellshöch.

00:06:18: Er wurde damit beauftragt aus der Zapfenstrecke auszubauen und ein Fest auf beide Stellen zu stellen.

00:06:27: Dazu musste man natürlich die Altstadt verkehrsfrei machen an einem Oben, also an einer Wächtung im Prinzip.

00:06:33: Das ist schon mal eine riesige Geschichte und dadurch, dass der Verkehr noch durchgerollt ist, war das natürlich noch keine Paarmeile wie heute, dass in jedem zweiten Haus sich ein Restaurant oder ein Bar befindet.

00:06:47: Man hat vielleicht zwei Restaurants pro Gas gehabt aber die Leute haben sich nicht so wie heute.

00:06:55: in der Altstadt getroffen, sondern die meisten Leute waren im Affenkasten damals noch Gehäutigen.

00:07:03: Der heutige Aurel Füßli, das war eigentlich der In-Place-Nahrung.

00:07:09: Und ihr habt jetzt mal noch mit Selfus bei den alten Posten gespielt.

00:07:14: also es gab dann schon Musik in der Altsstadt.

00:07:17: Ja, Beizen oder Bars konnten selber sagen, ob sie etwas machen wollen oder nicht und wir haben dort ein Hardies.

00:07:26: Das war das damalige benachbarte Restaurant.

00:07:30: Wir hatten die Aufträge von der alten Post.

00:07:35: Da mussten wir aber selbst schauen.

00:07:37: Wir standen einfach auf dem Trotto an.

00:07:40: Wir mussten selber ein PA mitbringen und boxen.

00:07:44: Also da ist eigentlich nichts für uns hier geworden in diesem Sinn.

00:07:48: Du hast ja erzählt, dass es sehr spontan war, die Anwohnerinnen und Anwonner haben auf der Strasse noch irgendwie grillieren können und ihre Würste bröteln, was ja heute auch schwer vollstellbar ist?

00:07:59: Ja das war wirklich ein Einkamien gewesen.

00:08:02: Man hatte natürlich einen Platz entsprechend.

00:08:05: Ich habe damals in den Pelzgas gewohnt.

00:08:08: Das war so schräg wie Savi.

00:08:11: Nach dem Geek haben wir unser Instrument im Gang versorgt, so provisorisch, dass wir das festhaben können.

00:08:18: Und nach den Zwölfen haben wir gefunden – auch das ist jetzt lustig!

00:08:22: Wir nennen es wieder Führung und haben einfach alle Perkussionen auf die Strasse rausgeräumt und haben eine spontane Gensession veranstaltet, wo auch noch Leute ... Passanten mitgemacht haben oder also unvorstellbar.

00:08:38: Ja, wirklich!

00:08:39: Jetzt ist es ja nur der erste Voraboffiziell wo du noch ausserhalb von den Mildesorten dort gespielt hast und nachher die Mildessorte gründet wurde im Jahr darauf mit einem ersten Geek.

00:08:53: Um das präzise ein Jahr darauf zu zeigen, hat mir die Band gegründet haben dann aber eigentlich nicht so dran gelaubt, dass das wirklich etwas ist, was man allen Ernstes vortragen kann.

00:09:09: Und am Ende des Jahres, also am Heiligoben nachts, hatten wir unser erstes Auftritt im Restaurant Jura an der Oererstrasse und von dort weg ging es eigentlich los bei Spillern, wo sie Karrieren waren.

00:09:25: Und die Jahre darauf, also im Jahrhundert, spielten wir das schon zum ersten Mal am Vorabend.

00:09:29: Vielleicht musst du mal die Band noch vorstellen, weil ich glaube das in der Bar nehmen dabei, wo wir in Aarau heute noch recht gut kommen.

00:09:37: Ja also das war ein illustres Trüppchen.

00:09:41: Gründete haben es eigentlich Doris Domasoni und ich.

00:09:45: Wir waren damals in der Bade.

00:09:47: Es gibt jetzt so eine Ecke, sie nennen sich Affecken.

00:09:50: Hinter dem Sprungbrett hat sich alle Leute getroffen, die im Aff aus und ein sind.

00:09:56: Das bezieht sich auf den Affenkasten?

00:09:59: Freundeskreise, ja.

00:10:01: Also so kleine Szenen könnte man sagen und sind in der Bade gelegen und die Urla hat ihr Schlager gelassen auf ihrem Kassettrekord oder wo er damals dabei war.

00:10:14: Er sagte, dass man das alte Zeug wieder spielen sollte.

00:10:19: Ich habe gerade die Band-Selfus, die wir vorhin geredet haben, am Auslaufen gewesen und ich war total motiviert für etwas Neues.

00:10:28: Dann sagte er, wieso?

00:10:29: Komm, dann machen wir es!

00:10:31: Und dann haben sich Leute gesucht... Da gab es auch einige lustige Missverständnisse.

00:10:38: Sie fragte den Mike Zeller, weil sie gemeint hat, dass er ein Bassist ist.

00:10:43: Er war aber gar nicht.

00:10:45: Der sagte aber immer, da mache ich mit und ich habe meine ganz neue Freundin von damals Renata Friedrich gefragt, ob sie mitmachen würden.

00:10:57: Und dann haben wir noch meine Schwester dazu genommen, Tricks Lenzin.

00:11:04: Was noch gefehlt hat, ist ein Gitarist.

00:11:06: Das ist Erich Niklaus, der man auch als Architektor Zara gut kennt.

00:11:13: Jetzt haben Sie Ihre ersten Auftritte gehabt?

00:11:17: Wie kamen Sie an?

00:11:19: als Band?

00:11:20: Ja, unterschiedlich!

00:11:24: Wenn man sich vorstellt, Schlagerspielen, deutsche Schlager – das war damals unerhört.

00:11:30: Die Leute waren ein bisschen befremdend und faszinierter gleichzeitig.

00:11:37: Und den Tenor in der Musik-Szene war ... Ja, die Sängerinnen sind noch lustig aber die Band ist einfach scheisse!

00:11:45: Ja vielleicht muss man das kontextualisieren.

00:11:48: So Ende den Achtzigern Anfang des neunzehnten Jahre.

00:11:50: Was hat man dort grundsätzlich gelassen?

00:11:52: Du hast gesagt ihr seid ein wenig quer gewesen in der Landschaft mit diesen Schlagern.

00:11:56: Absolut

00:11:56: also Schlager hätte jetzt ganz sicher niemand gelassen.

00:12:00: Ja, wenn man sich die Musik ein bisschen vorstellt.

00:12:02: Ende-Achtziger, Früchein-Nünzigerjahr, so hip hopisch aufkommt, taghaft langsam... Also wir sind auch an der Schwelle zu den Digitalisierungen und muss sich vorstellen keine Smartphones, kein Spotify nicht einmal Internet, kein YouTube.

00:12:20: also Musik ist noch sehr viel übersichtlicher gewesen zu dieser Zeit.

00:12:26: Und es ist auch eine Zeit wo zum Beispiel das neue ... Die alte Futterfabrik ist entstanden.

00:12:34: Als erstes hat sich die Rock-lastige Szene breit gemacht und Grunge war vielleicht noch gewesen, aber eigentlich eher ein härterer Gitarremusik.

00:12:51: Und da sind wir mit Mildesort in der Namen schon im Programm.

00:12:55: Das Milde, das hier drin steckt, sind wir wirklich... haben wir es fähig gegen Strichwürste.

00:13:03: Ja also, tünz, Amu!

00:13:05: Jetzt ist es aber nicht so, dass auch trotzdem für mich den Feedback, die ihr bekommen habt, dass ihr nicht einfach gerade wieder in eine Versenkung verschwunden seid oder euch halt live mutigen könnt, sondern das hat ja dann doch recht oberwasser gingen.

00:13:18: und ich bin erfolgreich geworden mit dieser Band.

00:13:22: Wie ist es weitergegangen, dass ihr da trotzdem das Publikum doch von euch überzeugt habt?

00:13:28: Offenbar

00:13:28: hat die Faszination überwiegt.

00:13:33: Von dem Früschen oder Frechen auch, den wir hatten.

00:13:39: Man muss schon sagen mit Renata Friedrich als Lead Voice ist natürlich ein sicheres Wert.

00:13:48: Das hat stimmlich absolut verhebt!

00:13:51: Und die Qualität ist der Leute natürlich nicht entgangen.

00:13:55: Dazu vielleicht noch das Showtalent von den anderen, also meine Schwestertricks.

00:14:00: Die können wir eigentlich als Rampen selber bezeichnen.

00:14:04: Das ist jemand, der auf der Bühne in zwei Hundert Prozent gegeben hat und ... Ich glaube, das ist etwas dazu geführt.

00:14:13: Dass die Leute gewusst haben, wenn du diese Band engagierst, dann ist dein Fest im Trockenen oder?

00:14:21: Vielleicht kannst du gerade mit diesem Stichwort nochmal einen Kostprobe geben wie mit was ihr hier Anfangs neunziger Jahre euren Publikum überzeugen können.

00:14:32: Okay, mache

00:14:54: ich gerne!

00:15:05: Da war immer Pelle,

00:15:10: da ist es passiert.

00:15:13: Da hat uns

00:15:15: im Moment sein ein junger Mann getötet und so weiß ich was dann noch.

00:15:22: wir gehen.

00:15:37: Und du hast in seinem Leben nie einen Football losgemacht.

00:15:49: Und wer er hat hier?

00:15:51: Er geht brav!

00:15:54: Wir können alle Fußball-Leute auf den Norden dreien.

00:16:12: Ein sehr ironischer Song, v.a.

00:16:16: musikalisch.

00:16:17: Du hast gesagt es ist etwas subversiv.

00:16:20: Wie kamen Sie auf das Subversive?

00:16:23: Wenn man sich vorstellt was gerade so innen war oder am Aufkommen in den frühen neunzigern Jahren ... Wir wollten einen Gegenpol setzen, könnte man sagen.

00:16:37: Wir haben ein Band-Konzept gemacht, das akustisch und optische betrifft.

00:16:45: Es waren sechs Personen, drei Franzängerinnen, drei Musiker im Hintergrund.

00:16:52: Wir teilten uns auf, weil es zwei Leute hatten, die die fünftigere Jahre präsentiert haben.

00:17:00: repräsentiert haben und zwei, die die Siebziger dargestellt haben.

00:17:04: Und da ist natürlich jetzt eine riesige Range von Musikstilen also die fünftigere Jahre mit Twists & Rock'n'Rolls und der sechziger Jahre kommt Beat dazu.

00:17:15: In den siebzigen Jahren kann man bis in die Flowerpower gehen, hippie Musik... ...und aus dem Fund haben wir dann einfach Perlen ausgesucht.

00:17:27: Man könnte sagen Mit zwei Haltungen, einerseits ein Stück, die wirklich so schlecht sind.

00:17:35: Die muss man irgendwie anders spielen oder?

00:17:38: Und dann aber schon auch und das haben wir relativ schnell in den Weg eingeschlagen.

00:17:43: Tanzbare Sachen, die einfach Spass machen auch oder auch mal wo schön kitschig sind beziehungsweise.

00:17:52: Ja offenbar haben dir ein bisschen Nerven getroffen weil ihr seid nach dem ersten Auf der Rit am Mai zog vorab in einem folgenden Jahr wieder eingeladen worden.

00:18:04: Du hast gesagt, dass es am Anfang sehr spontan war.

00:18:07: Wie war das bei deinem ersten Auftritt im

00:18:12: Jahr?

00:18:12: Das war eine Überraschung für alle Beteiligten.

00:18:18: Wir haben hier gespielt vor dem damals geistigen Löffelow heute einen Platz herrscht.

00:18:23: Das war wahrscheinlich ein kleines Bissdroh.

00:18:28: Wir wurden da gefragt, wann wir dort spielen.

00:18:30: Dann sagten wir gerne, was machen wir?

00:18:33: Und wo wir auftaucht sind für ein Soundcheck ... Ich muss sich vorstellen, bis am fünf ist noch der Auto durch die Stadt gefahren und dann musste man irgendwie geschwindig etwas improvisieren müssen.

00:18:45: Wo wir dort auftauchen, steht so eine riesige Lastwagenanhänger mit einer Blache drüber.

00:18:51: Da heisst es auch schon, das ist eigentlich eine Bühne.

00:18:53: Und dann haben wir gesagt, sicher nicht!

00:18:56: Das machen wir nicht.

00:18:58: Wir spielen nicht auf so einem Lastwagen anhänger.

00:19:00: Das fährt nicht ein und wir sind viel zu weit weg vom Publikum.

00:19:05: Dann haben wir spontan das Fuss ins Flöße abgetragen und haben dort eine Bühne abtransportiert – also so einen Bühnen-Element – und die auftreten und sagten, dass es eine gute Höhe ist.

00:19:17: Dort spielen wir und haben das so gemacht Und wo das los ging, hat sich die Altstadt gefüllt.

00:19:25: Also kein Durchkommen mehr ... Ein bisschen wie heute?

00:19:29: Ja!

00:19:29: Das ist eigentlich schon der erste Abend, in dem wir gespielt haben.

00:19:33: Da war ein Reisenfolge aufmarsch.

00:19:36: Es führte dazu, dass den Veranstalter, der uns engagiert hatte, nicht kümmern konnte.

00:19:42: Wir kamen da ganz oben nichts zu trinken.

00:19:44: Wir mussten einfach selber schauen, wie wir hier über die Runde kommen.

00:19:49: die

00:19:49: sich vielleicht auch schon langsam ein bisschen Grenzen gezeigt haben, von so einem relativ offenen Fest, der jetzt aber doch schon Massenanfall bewegt.

00:20:01: Für eure Band ist sie ja dann nicht nur um den Meilenzug vorab gegangen, sondern erfolge hat sich ja dann in weiteren Projekten gezeigt.

00:20:10: Gibt es da noch ein bisschen Glanzlichter für euch oder was ihr gemerkt habt?

00:20:14: Jetzt hebt es sich ab und zieht es an!

00:20:18: Also da kommen natürlich einige.

00:20:20: Ein Zeichen ist auch, dass wir von dort wegen dem Mag engagiert wurden.

00:20:28: Man hat gemerkt, das wird der Publikumsmagnet sein und im Herbst-Ninzig haben wir an den Mag gespielt.

00:20:36: Auf dem Färberplatz war es das.

00:20:39: Da gibt's noch eine schöne Story dazu, weil unser Techniker, der Gökidietiker ... Er hat eine Aufnahme gemacht, um uns etwas zu sagen.

00:20:48: Und er hat unter einem Bier die Zapfhahn, ein Mikrofon versteckt und keine Aufnahmen gemacht und einen Single realisiert in einer kleinen schönen Auflage von hundert Stück.

00:21:03: Die Single ist musikalisch nicht wirklich los.

00:21:07: Aber es ist heute eine Rarität.

00:21:10: Ein

00:21:11: spannendes Ton-Dokument!

00:21:13: Hast du sie?

00:21:15: Du hast sie bei dir auf dem Tisch liegen.

00:21:17: Also wirklich so eine Schallplatte, eine kleine für die, die das heute nicht kennen, was ein Single ist.

00:21:23: Hast du auch von diesem Beispiel?

00:21:26: Ja, lassen wir kurz rein!

00:21:45: Das ist das erste Lied, den ich tatsächlich auch kenne.

00:22:31: Du hast gesagt, das ist ein Single-Worte.

00:22:32: Hundert Stück gibt es von denen ich nicht mehr nahe.

00:22:35: Die sind alle in festen Händen.

00:22:37: oder kommt meins?

00:22:38: Gibt's Chance dass irgendwelche Nostalgikerinnen und Nostalgiker die noch irgendeine Brockenstube anzufinden?

00:22:45: Das wäre auch möglich und wir haben tatsächlich noch rund zehn Stück im Reserven gehalten.

00:22:52: also man kann sich hier bei mir melden wenn wir interessieren.

00:22:56: Ja, liebe Zuhörerinnen und Zuhäurer falls ihr Nostalgikerinnen der wilden Sorten sind.

00:23:03: Beim Roll Flencing gibt es noch.

00:23:05: Ihr habt aber auch nicht nur eine weitere private Auftritt gehabt sondern einerseits hast du immer gesagt erste Mai-Band sind er sozusagen geworden.

00:23:15: Ihr seid beim SRF gewesen?

00:23:19: Wie ist das zu dem Kod?

00:23:21: oder wie sind sie zu diesem Wort?

00:23:24: Das ist wirklich für mich bis heute ... Ich kann es fast nicht glauben, dass ich bis heute Musik mache.

00:23:32: Es ist ganz schwierig, Geeks überhaupt überzukommen und man verschickt Hundert Demos und kommt neunzig Anbsagen über.

00:23:41: Und bei dieser Band ist einfach wirklich verblüffend.

00:23:44: Wir mussten uns nie mehr um Aufträge kümmern.

00:23:47: Alle wollten uns haben.

00:23:50: So sind wir relativ schnell dann auch weit.

00:23:53: Er hat das weite Kreisen gezogen.

00:23:56: Der Fernsehauftritt war eine erneuchternde Erfahrung.

00:24:03: Man wollte einen Trendsendiglonsieren mit der Gabriela Amgarten.

00:24:08: Wir wurden hier aufgeboten, um an einem fingierten Fest zu spielen.

00:24:13: Wir waren in dem Festband und haben den ganzen Tag ... Endlos Aufnahmen gemacht und der gleiche Clip immer und immer wieder dreht.

00:24:25: Und schlussendlich sind wir in der Sendung, also etwa drei Sekunden sind wir vorkommen.

00:24:33: Und die Sendung hat gefloppt und ist nach der ersten Ausstrahlung gerade wieder abgesetzt.

00:24:39: Wo ich zum Glück dann aber ja nur mehr drei Sekunde Anteil dran hatte.

00:24:44: Würdest du jetzt sagen das ist... Es war auch ein Stück weit vorab, wo euch die Bühne gegeben hat, so grösser zu werden.

00:24:52: oder hast du den Eindruck das hat eine andere Wege genommen?

00:24:55: Ja beides.

00:24:56: Aber der Vorab ist schon quasi als Heimspiel gewesen wenn man es so will.

00:25:04: Wir haben hier jedem gespielt in der Anfangszeit.

00:25:07: Es ist noch ein interessantes Jahr drauf.

00:25:10: Der Vorab hat sich dann schon etwas etabliert und wir wussten doch, da kommen viele Leute.

00:25:16: Das ist attraktiv.

00:25:18: Und wir haben wieder vor dem Flog gespielt, das Jahr darauf und lustigerweise hatten wir aber jetzt einen Vertrag, was wir noch nicht hatten beim ersten Mal.

00:25:28: Auch so etwas wie Backstage oder ... Ja also man hat alles viel seriöser gemacht.

00:25:35: Wir haben natürlich auch unseren Vertrag ingenommen, dass wir nicht werden auf einem Lastwagen-Anhänger spielen.

00:25:42: Ich springe jetzt ein bisschen... Zeitlich, eben wir haben in den ersten Jahren immer gespielt und du hast ihn aber gesagt im Vorgespräch.

00:25:51: Ja also ab Mitte die Nünzigerjahre, die Vierneinzigfeufe Nünzeig hat sich etwas fest anfangen zu verändern aus deiner Sicht.

00:26:01: Etwas markant war es schon nach drei Jahren ... nach einer Veränderung gesucht und dann gesagt, weisst du was?

00:26:09: Jetzt spielen wir damals nicht in grossen Bönen oder Rothausgassen, sondern wir spielen privat immer an einem kleinen Ecken im Milchgas.

00:26:24: Aber unsere Gastgeber, die dort ein paar Festbänke ausgestellt haben, haben völlig einen Anschlag gebraucht.

00:26:32: Die

00:26:33: Leute

00:26:33: sind halt gleich gekommen und dann hat sich das Geier quasi über diese Sachen hergemacht, die hier angeboten wurden.

00:26:42: Ja, der Anlass ... ein Stück weit institutionalisiert.

00:26:47: Die Bühnen waren organisiert, es war klar, welche Band, in welcher Gass spielt.

00:26:53: Erste Bühne sind auch schon aufgetaucht.

00:26:57: Es war noch anders als heute.

00:27:00: In diesem Sinn hatte man zum Beispiel eine Technikfirma, die du engagieren konntest.

00:27:06: Sie haben dir das Licht und den Sound und alles zauberen, sondern müssen mehr improvisieren.

00:27:13: Von daher war diese Zeit für die Wandel-Zeit.

00:27:20: Es gab

00:27:22: ja auch offenbar medial Auseinandersetzungen, weil der Vorhaben zunehmend eine Konkurrenz veranstaltet wurde – vom eigentlichen Meierzug.

00:27:33: Ich habe das selbst noch nie miterlebt wie es abgelaufen ist oder warum es dort ging?

00:27:40: Hier hat es in der AZ erbitterte Laserbriefe gegeben und ganze Polemik natürlich, Zeitungsartikel.

00:27:49: Darüber, ob man das Fest darf so gross lassen werden, wenn die Leute ja dann gar nicht mehr aufmachen für einen Mähenzug oder Umzug?

00:27:59: Der damalige Stadtrater musste quasi einstehen und sagen, dass es hier tatsächlich geht.

00:28:07: Alle seine Leute stöhnen am Freitagmorgen pünktlich mit einer Ringe unter den Augen, die an dem Meier zugeparaten.

00:28:16: Es war ein Artenmachtkampf, aber von offizieller Seite hat man sich dazu bekannt und gesagt, dass wir das stimmen können.

00:28:26: Wir könnten auch einen Zweitägungsfest machen, der eigentlich allen Publikumswünsche entgegenkommt.

00:28:35: Du hast gesagt, ihr habt euch ja auch etwas überlegt wegen Veränderungen.

00:28:40: Wie sah es bei euch in der Band aus?

00:28:42: Sind ihr da so konstant bleiben?

00:28:45: In diesen neunzigern Jahren haben

00:28:46: wir einige Veränderungen durchgemacht, auch personelle.

00:28:52: Ein ganz wichtiges Änderung ist der Pius Schürmann zu uns gestoßen.

00:28:58: Er hat mich damals sehr gefreut, weil mit ihm ein Stück ... Profesionalität noch eine ist dazu gekommen.

00:29:06: Man muss sich immer noch vorstellen, die Band war ein Amateurband von Renata, der damals ihr Studium an den Jazzschulen absolviert wurde und mit dem Pius haben wir eigentlich nochmal einen Schippen darauf geleitet was der musikalische Kalt anbelangt, sowohl gesanglich als auch im Gitarrenspiel.

00:29:30: also dann sind plötzlich auch noch andere Sachen möglich zu sein, z.B.

00:29:35: in Bezug auf mehr Stimmigkeit und ein Stück weit, dass wir ambitionierter geworden sind und uns noch etwas mehr, vielleicht so eine richtige Kleinkunst entwickeln

00:29:49: wollen.

00:29:50: Gehört man das denn auch eurer Musik an?

00:29:52: Sind ihr dann von der Schlager weggekommen?

00:29:55: Das gehört mir gut.

00:29:57: Ich könnte vielleicht mal einen kurzen Clip einspielen ... Wo wir das stimmen können und auch von der Musikrichtung her, wo man gut merkt dass wir da in eine andere Richtung gehen.

00:30:08: Sehr

00:30:08: gerne!

00:30:46: Ja jetzt kommen wir langsam an die Musikrichtungen, die ich doch immer mehr Stück kennen.

00:30:52: Aber es tut mir noch spannend also doch... Ich glaube wirklich die Stimme auch ein Signature-Attribut von euch sind.

00:30:59: Ich finde, das bleibt recht unverkennbar.

00:31:02: Das ist so!

00:31:03: Das ist immer noch unser Erkennungszeichen.

00:31:08: Die drei Stimmigkeiten, die wir mit dem Bios sogar noch haben können ausweiten.

00:31:13: Wir hatten z.T.

00:31:14: auch vier Stimmungen in Voicings und da führte Musikal zu ganz neuen Möglichkeiten.

00:31:26: Nach der Mitte von den Nünzigerjahren haben wir euch dann innerlich etwas entfernt vom Vorhaben und haben mehr angefangen, eure Geeks ausserhalb Wars zu nehmen.

00:31:37: Was sind jetzt so eure Glanzlichte gewesen oder was hat das mit euch gemacht?

00:31:43: Ich würde gerne, also ich erzähle das gerne.

00:31:45: Aber ich würde eigentlich gerne noch aufs Jahr reichen und kurz zurückkommen, wo mir etwas zum Besten gegeben hat, was ich bis heute wirklich mega stolz darauf habe, dass es hier stattfinden könnte.

00:32:00: Und das ist das Original Sauerländer Napalm Trio.

00:32:05: Das war eine Aktion.

00:32:07: Wir haben gespielt vor den Durchlauben Wir haben den ganzen Abend dort eigentlich einplanen und als Pausenproduktion haben wir im Trio einen oberkreiner Perseflasche oder für Ulkik zum Besten gegeben, also der Pius de Maique und ich.

00:32:30: Ich glaube das ist etwas vom Anarchistischem, was man je gehört hat um eine Meierzug vorab.

00:32:38: Dann unbedingt zeigen wir uns das.

00:32:41: Und also mal geschwinden die Reigen.

00:32:45: Der ist drei Konzerte wie es für heute, Donnerstag, sechste Juli.

00:32:53: Zahnau in der Durchlaube am Altstadtfest sind milde Sorte featuring das Original Sauerländer Napalm Trio.

00:33:09: Ein Juns in Turin haben wir den Referno abgeändert.

00:33:42: Es war einfach eine totale Parodie und witzig damals Metzger-Gasse war das.

00:33:51: Es gab nur uns als Band, wir spielten sonderlich und mit dem Lautsprecher-System hat man die ganze Musik übertreibt auf der ganzen Metzgeregasse.

00:34:02: Oben sind es gekockt, haben uns zwar müssen lassen aber gar nicht gesehen oder nicht gemerkt um was es hier geht.

00:34:09: Und Tenor war dann einfach,

00:34:11: ich habe mich auch nicht

00:34:13: mit dabei gespielt.

00:34:14: Das ist ein Oberkreinerband, das kannst du nicht lassen.

00:34:17: Wir haben wirklich die Hallgeräte voll aufgetragen und haben unsere gruseligen Polizisten schnell in Bärtlo wachsen und berücken angeht.

00:34:29: Es

00:34:29: war

00:34:30: eine totale Anbrechnung mit dem volkstümlichen Schlager.

00:34:35: Man hört es ja jetzt einfach, was wir gespielt haben.

00:34:37: aber es ist gut, dass du noch den Kontext wie ich dort auftreten bist.

00:34:41: Aber das war mehr ein einmaliger Ausflug und ihr habt euch das nicht speziell zu eigen gemacht!

00:34:47: Ja, das war einfach ein, wie soll ich sagen, Hausarrestreich.

00:34:54: Ja.

00:34:54: In diesem Fall noch mal zurück.

00:34:57: Das war im Jahr nineteen fünf neunzehn.

00:34:59: Bis in die Nullerjahre ... Kann man schon sagen, dass sie ihr Arr auch verlassen oder über Arr ausgestrahlt hatten?

00:35:11: Ja, also auf den Neunzehren haben wir wirklich beschlossen, uns einmal etwas anzumachen Und haben recht weite Kreise gezogen.

00:35:20: Wir spielten wirklich viel, auch im Nähe Ausland.

00:35:24: Eine besondere Ehe war es.

00:35:26: Wir konnten fürs Vitra Designmuseum in Weylam Rhein spielen.

00:35:31: Die fanden uns passend, weil wir Zeitgeist transportieren können.

00:35:37: Wir haben ja nicht nur die Musik aus gewissen Zeiten gespielt, sondern eben auch so mit unseren Kostüm ausgesehen.

00:35:45: so dass das eigentlich perfekt passt.

00:35:49: Oder Argyrandissimo, könnte man noch als Highlight bezeichnen.

00:35:53: Das war das Stadtfest.

00:35:56: Du weißt wahrscheinlich als Historiker besser was man da gefeiert hat.

00:36:05: Das wäre wahrscheinlich gedacht gewesen.

00:36:07: Ja genau, und dort haben wir gespielt das zwar auch in Aarau gesehen aber auf einer Riesenbühne im Kaserrennareal haben wir uns gefühlt wie richtige Rockstars.

00:36:18: also da ist einem sozusagen Gitarre noch eingesteckt worden von einem Techniker.

00:36:24: Also weit weg von euch einen Anfänger, wo ihr nicht einmal etwas zu trinken bekommt am Chor

00:36:29: oben?

00:36:29: Können wir sagen, dass ich gerade auf der anderen Seite bin

00:36:36: durch die neunziger Jahre schon schnell durch.

00:36:40: Ihr habt euch dann wieder etwas rar gemacht in Aarau und so ein bisschen Ende-Nünzigerjahr oder beziehungsweise genau zweitausig, habt ihr ja auch eure letzte Auftritt gehabt im Rahmen vom Voraben wenn ich das richtig verstanden habe?

00:36:57: Was hat dort den Ausschlag gegeben?

00:36:59: Wie ist es jetzt, wo man zurückkommt nach eurer Anfangserfolge?

00:37:05: Wie war das für euch?

00:37:06: Das eine ist, dass wir natürlich schon immer wieder gefragt wurden.

00:37:12: Die Veranstalter haben eigentlich gewusst, wenn ich die Band habe, dann habe ich diese Party oder läuft das.

00:37:20: Das schmeichelt einem natürlich an, gefragt zu werden und aber... Das, was du angesprochen hast, ist die Entwicklung der Band.

00:37:28: Dass wir in eine andere Richtung unterwegs sind und gewisse Sachen gar nicht mehr Wände machen.

00:37:35: Ich muss vielleicht auch noch den Kontext dazu nehmen.

00:37:38: Mittlerweile war der Schlager etabliert.

00:37:41: Der Schlager wurde plötzlich aus der Mottenkiste geholt aber er ist immer an ganz anderen Ecken gelandet.

00:37:50: So Bands wie Dieter Thomas Kuhn oder Gildo Horn Die haben den Schlager vielleicht sogar so ähnlich wie wir, mit Kostümierung und Berücken wieder aufleben lassen.

00:38:04: Aber haben das dann in einem Kontext von Ballermann gebraucht?

00:38:09: Das ist so das, was wahrscheinlich viele von meiner Generation und der folgenden Mitschlager verbinden.

00:38:15: Und das ist ein schreckliches Missverständnis, weil wir uns eigentlich wollen darüber Lustung machen.

00:38:21: Also nie haben wir eine Mit-Sing-Song zu tun oder die Leute mitgrüllen.

00:38:29: Wir haben zum Beispiel viel Versuche untergenommen, das zu untergraben... Die Leute haben immer gesagt, spiele doch Marmorstein und Eisenbricht.

00:38:40: Bis wir sagten, okay, wir spielen hier aber a ca Pella.

00:38:45: Wir machen das eigentlich unmitzingbar.

00:38:52: Und das ist dann auch gelungen?

00:38:54: Ja, die Artnäckigen grülen halt gleich

00:38:59: mit.

00:39:01: Gleichzeitig ... Drückkehr, eben an den Voraben hat das ein bisschen mit dem zu tun.

00:39:05: Dass man diese Erwartungen, die vielleicht auch dort gewachsen sind abends, dann wie nicht mehr können oder wollen erfüllen.

00:39:13: Das klingt jetzt so, wie du es erzählt hast für mich nachdem?

00:39:16: Ja

00:39:16: wir haben immer ein wenig der Versuch gehabt uns abzheben halt dass wir etwas anders sein, dass wir Sachen auch anders machen.

00:39:27: Wir haben ... Färberplatz gespielt.

00:39:30: Es war eigentlich auch sogar ankündigend als letzten Auftritt am Voraben und für das haben wir noch einmal alle eingehen, also wir haben ein ganzes Bühnenbild selbst entworfen und auf die Bühne gebracht und haben dort ja nochmal unsere Kunst zum Besten gegeben.

00:39:52: wie mehr sie eigentlich verstehen.

00:39:56: Das war im Nachhinein schon ein bisschen der Anfang des Endes.

00:40:01: Die Volksmassen waren natürlich diese Leute, aber sie wollten nicht die Produktion lassen oder die Bearbeitungen, die wir gemacht haben, sondern die Schlager gehören.

00:40:15: Und das ist was wir eigentlich gar nicht wollen liefern.

00:40:19: Das hat dann für euch den Ausschlag gegeben um vorab nichts zu spielen ... Ihr seid ja wegen dem längstens noch nie fertig mit der Bane, sondern ihr habt ja noch mehrere Programme entwickelt gehabt, die ihr sonst noch gespielt habt.

00:40:33: Ja das ist ein Versuch, den wir gestartet haben.

00:40:38: also man muss sich vorstellen mit dieser Bane haben wir am Schluss endlich während dreizehn Jahre Mähendung für Mähndung geprobt.

00:40:46: Das war sehr familiär, sehr konstant und regelmässig Und in diesen dreizehn Jahren haben wir zwischen drei und vierhundert Stück erarbeitet.

00:40:59: Das Repertoire war riesig, und wir haben praktisch jeder Bandprobe ein neues Stück angefangen.

00:41:07: Durch die ständig Erneuerung oder der sprudelnde Kreativität beschloss man eine thematische Programm.

00:41:17: Wir haben einen Regiebetreuung hinzugezogen.

00:41:21: Steff Lichtensteiger, Theaterschaffende, hat uns ein wenig begleitet und wir haben insgesamt

00:41:31: drei

00:41:32: Programme auf die Beine gestellt.

00:41:34: Die hatten keine Mildesorte fährt ein.

00:41:37: Das waren so Motor Songs oder Songs zum Thema Mobilität.

00:41:42: Milde Sorte ist gut!

00:41:45: Alles, Songs rund ums Essen herum.

00:41:48: Und mit den Sorten putzte heraus.

00:41:50: Das war so ein Modekontext.

00:41:56: Wir haben praktisch jedes Programm nur zwei-drei Mal gespielt.

00:42:02: Zum Vergleich, wenn heute in der Kleinkunst ein Programm auf die Beiste ist, dann probiert er das mindestens zwei, wenn es geht drei Saisons zu spielen oder bevor man wieder ein neues Programm macht?

00:42:15: Vielleicht haben wir ein Stück weit überlüpft.

00:42:19: Sind aber auch viel unterwegs?

00:42:22: Oder gar nicht so viel und einfach noch viel Arbetrieg gesteckt?

00:42:26: Wir mussten den Spagat machen, wir spielten parallel immer als Tanzband.

00:42:33: Da führte zum Teil so lustige Situationen.

00:42:36: Du spielst am Hochzeit oder am vierzigste Geburtstag und spielst irgendwie nur Songs zum Thema Essen oder so.

00:42:49: Zum Teil auch unfreiwillig komische Sachen, aber die Leute haben immer gewusst, woran sie sind wenn sie uns buchern.

00:42:58: Das wäre vielleicht den Zeitpunkt für nochmal einen Einblick in eines dieser Programme zu geben, an der wir jetzt Anfangs Nullerjahr musikalisch gestanden sind?

00:44:20: Ja, die Hörerinnen und Hörern sehen es nicht.

00:45:26: Aber du und ich auch beide ein paar Mal müssen schmunzeln!

00:45:29: Ich hoffe euch ist das auch so gegangen beim Zuhören.

00:45:32: Es sind wirklich lässige Stücke, die wir hier heute bekommen von dir.

00:45:37: Danke!

00:45:39: Wir sind schon in den Nullenjahren angekommen und das bedeutet auch für die Band Mildesorte so langsam das Ende.

00:45:48: Und aus am Schluss auch zum grosser Leidwesen von vielen Fans wie du gesagt hast – Wie ist es zu eurem Ende gekommen?

00:45:58: Wir haben es selber einprockt mit dem Spagat, das wir gemacht haben.

00:46:02: Zwischen Schlagermusik spielen aber halt anders spielen.

00:46:08: Das hat sich weit umgesprochen und dann habe ich eines schönen Tages ein Telefon bekommen von einem Schlagerfestival-Manager Arosa, der gesagt hat, ihr seid doch die milde Sorte!

00:46:22: Wir brauchen euch!

00:46:23: Ihr seid genau was wir haben

00:46:25: müssen!".

00:46:26: Ich habe gesagt, wir spielen zwar Schlager, aber etwas anders.

00:46:32: Man

00:46:32: muss sagen, du hast ja auch gesagt, dass Schlager mittlerweile aufkommt und innen aus den Ballermann-Exzellen kommt... ...und ihr kontrastiert hier schon!

00:46:41: Ja, also der wollte uns jetzt einfach unbedingt.

00:46:46: Wir waren irgendwie mulmig, aber wir spielten auf das Arosa.

00:46:53: Und da hätte man schon anheizen sollen, irgendwie am Feuer in den Skihütten.

00:46:59: Da haben wir gesagt, das machen wir nicht.

00:47:01: Es war etwas komisch und als es oben der Auftritt kam ... Wir spielten so wie immer.

00:47:09: Plötzlich kommt der Manager auf die Bühne, er nimmt in den Renats-Mikrofon aus der Hand und sagt, kein Angst, Leute!

00:47:18: Gleich gibt es wieder einen richtigen deutschen Schlager.

00:47:21: Und der DJ hat ... ist da raufgefahren und hat uns von der Bühni gefakt.

00:47:29: Wir standen hier wie Klöpfe.

00:47:30: Ja, das ist im Nachhinein, muss man sagen.

00:47:36: Ein bisschen wie ein Knickschlag war, wo wir gemerkt haben, jetzt sind wir noch immer, in dem wir gar nicht wollen sein und dort, wo man gerne hin möchte, dann werden wir wie falsch verstanden.

00:47:47: Und wir konnten aber erhobenen Halbdessen eigentlich abtreten können, weil wir sind kurz darauf runter.

00:47:52: Haben wir im Stapferhaus spielen können an den Wernissage der Ausstellung Autolust?

00:47:59: Und da ist natürlich wieder super.

00:48:00: Es war cool, den Kontext.

00:48:03: Wir haben mit uns eine Autosongs-Motorbine und so weiter perfekt gepasst.

00:48:09: Und wir konnten an diesem Ort, also in dem künstlerischen Hintergrund einen Art aufführen können, das für uns gestommen hat.

00:48:18: Ja, es ist ja noch schön ... Du hast am Anfang gesagt, wenn ihr euch kostümisch hier von der Fünfziger, Sechziger oder Siebenziger orientiert habt.

00:48:27: Das ist sicher auch ein schöner ... Schluss, mit der Zeit aufzuhören.

00:48:32: Absolut!

00:48:33: Auf Arau sind er nicht mehr zurückgekommen?

00:48:38: Nein, tatsächlich.

00:48:39: Wir wurden immer wieder gefragt, wenn er nicht.

00:48:43: Vor allem wurde mir auch immer wieder angesprochen drauf.

00:48:46: Du spielst die Mildesorte am Vorauben ein Jahr.

00:48:50: Und wir haben eigentlich immer gesagt ... Nein, das machen wir nicht mehr.

00:48:58: Nichts letztes, weil sich natürlich den Voraben auch massiv verändert hat.

00:49:02: Das ist jetzt im Jahr two-thousand.

00:49:04: Hier war schon längstens alles organisiert.

00:49:08: Ich glaube sogar Jürg Höchig war nicht mehr der Mister vorab in der Organisation.

00:49:15: Und da hat man alles professioneller – muss ich nicht heissen besser, aber man hat alles ganz anders aufgeleisen Also die ganze Regime.

00:49:28: Man muss aber auch über Themen reden, wie du mit den Volksmassen umgehst, Fluchtwäge für Polizei... Zu Themen hat es natürlich nicht gegeben in den Jahrhunderten.

00:49:39: Das

00:49:39: Thema Nachhaltigkeit, ich glaube viele erinnern sich an die berüchtigte Einführung von Meerwegebäckern, wo ja sicher ein Anliegen ist, das in dieser Zeit in diesen Anfängen noch kommt.

00:49:55: Das ist

00:49:56: unvorstellbar.

00:49:58: Ich muss auch noch etwas sagen, was der Werkhof dort geleistet hat an Aufraumarbeiten.

00:50:05: Das ist sensationell!

00:50:07: Wie die Stadt ausgesehen hat am Morgen um drei Uhr und dann wieder morgen um acht Uhr, das ist unglaublich.

00:50:16: Ja, es ist ja wirklich ein Volksfest mit Ausstrahlung, die weit über Aarau ausgeht.

00:50:23: Und mit diesen Massen gleichzeitig natürlich auch eine Bevölkerungswachs-Dumme.

00:50:31: Mit viel Zuwachs, das den Charakter verändert und neue Ansprüche stellt an Grösse, wie du jetzt sagst.

00:50:41: Natürlich auch etwas kostet, was ihr vielleicht findet... Das ist jetzt nicht der Ort, wo wir spielen werden.

00:50:49: Sicher so... Wenn ich darüber nachdenke, gehe ich selber und nehme mich gar nicht in den Teilen an dem Fest oder suche ich nach einem ruhigen Ecken an, vielleicht beim Gomitato und probiere mir irgendwie um den grossen Ruhmel herumzudrücken.

00:51:09: Für mich ist das Regime mit Einbahnverkehr in der Kronengasse, für mich ist es fast eine Bankrotterklärung.

00:51:19: Wenn man ein Publikum durch die Gassen führen willlos muss ... Da hat bei mir nichts zu tun mit dem Fest.

00:51:32: Die Gefahr,

00:51:36: die man mal prognostiziert hat in den Mitteln-Ninzigerjahren, dass jetzt der Vorab zu einem Konkurrenzprodukt vom eigentlichen Meilenzug wird, würde sich für dich nicht bei Wahrheit zurückblicken.

00:51:51: Sondern es sind mittlerweile eher zwei eigenständige Sachen

00:51:56: von der

00:51:56: Stimmung und der

00:51:58: Leute.

00:51:59: Ja das würde ich auch... Das war nicht genau gleich.

00:52:01: Hier kommen ja auch aus anderen Teilen, aus dem weiten Einzugsgebiet Leute an der Vorabend.

00:52:09: Dass es tatsächlich losgelöst ist oder wahrscheinlich auch in der Konnotation, die den Leuten nicht verknüpft mit diesem Heihenzog, das am Tag darauf stattfindet.

00:52:20: Ich habe noch ein paar Aufrüfe bekommen.

00:52:24: Ob ich dann nochmal spielen würde?

00:52:28: Und du hast hier ein sehr lustiges Beispiel.

00:52:30: Ja, das würde ich wirklich gerne vorspielen.

00:52:36: Ein herzerweichendes Telefon von einer Frau, die wir Jahre später – also ich kann es nicht genau datieren aber sicher – sagen Sie jetzt Mitte Nuller-Jahre auf der Telefonbeantwortung geredet

00:53:18: hat?

00:53:39: Das ist wirklich ein herzerwärmender Aufruf.

00:53:44: Ich weiss nicht, wie ich hier herzbleiben konnte.

00:53:48: Hier wäre mir schon fast ein Geburtstagsgeständchen nur für die Frau zu spielen.

00:53:55: Zu diesem Zeitpunkt ist eigentlich gar nicht meine Frage gekommen.

00:53:59: Die Band war beerdigend.

00:54:01: Ich muss sagen, Renata Friedrich mittlerweile als bekanntes Jazz-Sängerin unterwegs hat eine ganz andere Ansprache gehabt also ein Comeback.

00:54:13: Ich wäre immer zuhause dafür aber ich glaube ich bin da der einzige.

00:54:18: wie man vielleicht merkt, dass hier emotional noch so stark mit den Erinnerungen verbunden

00:54:26: ist.

00:54:26: Ja und ihr seid ja eine grosse Truppe neben Sie, die dann viel allein oder in neuen Formationen gespielt haben.

00:54:34: Ich nehme an, da gibt es eine gewisse Grenze der Belastbarkeit, die wir tragen

00:54:42: können.

00:54:44: Für mich noch tröstend ein Stück weit.

00:54:46: Wir haben, wo der Pius Schürmann dazu gekommen ist, eine Art nebengeschicht erfunden.

00:54:54: Ein akustisches Quartett namens The Honeymoners, in dem wir nicht so schrill auftreten sind und nur akustisch für mehr Stimmung und Geigen.

00:55:09: Das hat noch lange über die milde Sorte ausgelebt.

00:55:15: Von daher konnten wir den Geist ein Stück weitertragen und für mich auch sehr schön ich als Amateur weiterhin mit tollen Profimusikern

00:55:27: musizieren können.

00:55:29: Wenn jetzt vielleicht die einen oder anderen Zuhörerinnen schon etwas traurig sind, dass es also nicht zu einer Wiedervereinigung und einem Comeback kommen wird, gibt's vielleicht nochmal So eine Musikkostprobe aus euch im Repertoire, so zum Abschliessen dieser Sendung.

00:55:46: Bevor wir das Musikstück anlassen, würde ich gerne dir auf herzlich danken, dass du vorbeikommen bist mit der Geschichte über die Mildessorten und auch über den Einblick in Meierzug Vorabend und seine Entstehungen und Veränderungen.

00:56:01: Ich glaube da gibt es ein paar jüngere Hörerinnenhörer, die das vielleicht noch haben.

00:56:06: Kennt oder nie erlebt haben.

00:56:09: Und auf der anderen Seite hast du jetzt hoffentlich auch viele ehemalige Fans erreicht, die vielleicht nochmal ein bisschen in Erinnerungen an euch schwellen können.

00:56:18: und man darf nicht vergessen ihr habt ja noch von diesen über zehn LP-Skits noch ... Zingelspartnern.

00:56:25: Genau!

00:56:25: Die werden noch verfügbar.

00:56:28: Falls euch diese Geschichte gefallen hat, ihr wollt Feedback geben an uns?

00:56:33: Oder einen Rolf Lenzin?

00:56:36: Meldet euch doch bei uns an die Mailadresse geschichten.aus.aarauatgmail.com oder ihr erreichst uns auf Instagram unter atgeschichten aus aarau podcast, wo wir uns gerne verzuschreiben und Rückmeldung machen, was euch gefallen hat oder ob ihr weitere Fragen habt an Roll Flensinn, die wir natürlich gerne weiterleiten.

00:57:00: Danke vielmals fürs Zulassen.

00:57:02: Und jetzt gibt es noch mal einen

00:57:04: Kostprobe

00:57:05: von Timmy des Orte.

00:57:07: Und wenn, wenn, wann?

00:57:44: Im Profi do si vedro.

00:57:49: Sorridende accanto a me.

00:57:54: Te vuai dir mi vivir la ferke.

00:58:03: La via vinta senza ke.

00:58:13: Mi quando tu errei.

00:58:18: Mi cuando, cuando, cuan-do.

00:58:22: Te bacciando io errei!

00:58:27: Non ci lasceremo.

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